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LGZ Hochrhein AG
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LGZ entwickelt sich weiter
Hochrhein-Container-Terminal vor der Realisierung

Umschlag und Lagereinrichtungen für über 1500 Normcontainer sollen auf dem LGZ-Areal erstellt werden. Baugesuch und Umweltverträglichkeitsbericht sind derzeit öffentlich aufgelegt.
(Die Botschaft, 28.12.2002)

Bauherrschaft ist die Planungsgemeinschaft HCT (Hochrhein-Container- Terminal) mit Domizil beim LGZ (Logistik- und Gewerbezentrum Hochrhein) AG, Rekingen. Die Anlagen, die auf einer weitgehend vorhandenen Infrastruktur basieren, sollen auf der Parzelle 29 in der Melliker Industriezone errichtet werden und etwa 12 Millionen Franken kosten. Davon entfallen etwa 4 Millionen Franken auf die moderne Krananlage. Die Ausführung kann in zwei Etappen erfolgen: In der Phase A wird die Zufahrt erstellt und mit einer 180 Meter langen Kranbahn eine Lagerkapazität für 913 20 Fuss-Normbehälter geschaffen. In der Phase B wird Gebäude 310 abgebrochen. Dadurch lässt sich die Kranbahn auf 280 Meter verlängern und die Lagerkapazität auf 1530 Container erhöhen. Nach neusten Überlegungen ist jedoch die Ausführung in einem Zug wahrscheinlich. Die Planungsgemeinschaft (LGZ, Indermühle AG, Rhenus Alpina und SBB Cargo) hofft, dass sich das Baubewilligungsverfahren innert zwei Monaten abwickeln lässt. Im April sollte mit dem Bau begonnen werden. Im November möchte man nach den erforderlichen Kranversuchen den Betrieb aufnehmen. Der Kran muss übrigens neun bis zehn Monate im Voraus bestellt werden. "Unter Vorbehalt der Baugenehmigung" bedeutet, dass – falls das Projekt wider Erwarten verunglücken sollte – bloss die Planungsarbeit bezahlt werden muss.
 
Bedürfnisse und Chancen
Vor einer solch beträchtlichen Investition ist eine gründliche Analyse unabdingbar. So wurde zuerst eine Machbarkeitsstudie erstellt. Vorab wird mit einer Verlegung der Umschlagstelle Bahn/Strasse landeinwärts die Abgrenzung betreffend die LSVA (Lastabhängige Schwerverkehrsabgabe) verschoben. Damit ist eine Kostenreduktion verbunden, die mit den für 2005 und 2008 fälligen Abgaben- Erhöhungen immer stärker ins Gewicht fallen wird. Mehr und mehr wird die Erschliessung der Ballungszentren über die Hauptverkehrsachsen durch Stausituationen erschwert. Da bietet sich von Mellikon aus eine Rückerschliessung über staufreie Achsen. Von Mellikon aus sind mit dem Lastwagen innert einer halben Stude Zürich Nord, Winterthur, Schaffhausen, Baden und Brugg zu erreichen. Der KLV (Kombinierter Lastverkehr Schiene/Strasse) ist entwicklungsfähig. Der HCT ist an einer schwach befahrenen Bahnstrecke gelegen. Auf dem wichtigen Westabschnitt verkehren zwischen Laufenburg und Koblenz ohnehin nur noch Güterzüge. Umschlag und Lagerung von Waren beim HCT in Mellikon sind daher sinnvoll und wirtschaftlich.
 
Bedeutung für das Zurzibiet
Der HCT wird, wie Werner Indermühle und LGZ-Geschäftsführer Walter Menig bei der Projektvorstellung bemerkten, einschliesslich des Umfeldes etwa 20 bis 30 neue Arbeitsplätze bieten. Das Vorhaben geniesst die Unterstützung von Regierungsrat und kantonaler Verwaltung. Entscheidend ist jedoch die ideelle und materielle Förderung durch den Bund. So fliessen erhebliche Mittel in das Projekt, das der Umlagerung des Schwerverkehrs von der Strasse auf die Schiene dient. Das Projekt HCT hat schliesslich auch auf EU-Ebene Beachtung gefunden. Damit die Sache funktionieren kann, müssen in Basel die nötigen Kapazitäten geschaffen werden. Dank Bau eines Terminals im Hafenbecken II werden sie in Kürze zur Verfügung stehen. Transporte ab Basel werden also 70 Kilometer weit auf die Schiene kommen oder auf dieser bleiben können. Noch stärker ins Gewicht fallen kilometermässig die Möbeltransporte, die bis jetzt von Mörs (Raum Duisburg) auf der Strasse abgewickelt werden. Sie werden neu als wöchentlicher Blockzug anrollen.
 
Lagerung und Umschlag
Der Raster für die Umschlags- und Lagereinrichtungen ist durch die bestehenden fünf Werkgleise gegeben. Eines davon, Gleis 4, muss zwei Meter südlich verschoben werden, was natürlich eine Weichenanpassung erfordert. Für die Container sind total 11 Abstellspuren geplant. Die zweilagige Spur 1 wird zwischen die Gleise 3 und 4 gelegt und dient dem Schnellbelad der Bahn. Die ebenfalls zweilagig geplanten Spuren 2 und 3 sind als Reserve über den Gleisen 4 und 5 vorgesehen. Spur 4 neben der Lade/Entladepiste ist für Wechselbehälter und Sattelanhänger bestimmt. Die Spuren 5 bis 7 auf der bisherigen Zufahrt und die angrenzenden Spuren 8 bis 11 sollen vierlagig genutzt werden können. Der Portalkran mit 41 Tonnen Hubkraft, der den ganzen Umschlag- und Lagerbereich bestreicht, hat eine Spurweite von 36,75 Metern und Auskragungen von 12,1 beziehungweise 7,9 Metern. Er wird elektrisch betrieben und verfügt über eine Lärmisolation. Für Kühlcontainer sind Stromanschlüsse vorgesehen. Zwei Betonwannen können je 20 Normbehälter mit Gefahrengut aufnehmen. Sie verfügen über eine kontrollierte Entwässerung. Im Normalfall fassen sie 35, im Havariefall gar 170 Kubikmeter. Ein bereits leck ankommender Container kann direkt in eine mobile Sicherheitswanne umgeladen werden. Dadurch lassen sich Bodenverschmutzungen auf ein Minimum beschränken.
 
Erschliessungsanlagen
Die Bahnzufahrt erfolgt vom Bahnhof Rekingen her über das bereits vom LGZ genutzte Anschlussgleis. Die Anbindung ans öffentliche Strassennetz erfolgt über den seinerzeit von der Zementi gebauten Knoten an der Rheintalstrasse K 131. Er wird heute bereits vom LGZ, vom Steinbruch Mellikon und den Betrieben im Melliker Gewerbegebiet Zilistude genutzt. Werksintern wird der Lastwagenverkehr über eine Schlaufe mit Warteräumen geführt. Dies erlaubt das Anfahren von Anmeldestelle, Be- und Entladestellen ohne Rangiermanöver. Für den Brandschutz wird eine Löschleitung verlegt, welche alle 80 Meter mit Hydranten bestückt ist. Für die Elektrizitätsversorgung ist die Einrichtung eines neuen Transformers nötig. Die Telekommunikationseinrichtungen für den speditiven HCT-Betrieb umfassen Daten-, Video-, Telefon- und Funkeinrichtungen.
 
Natur und Nachbarn
Auf dem umzäunten Industrieareal gibt es Pionierflächen, Buntbrachen, Hecken und Natursteinmauern. Mindestens 20 Prozent des Areals werden naturnah gestaltet. Vorhandene Lebensräume werden gesichert, Korridorfunktionen aufgewertet. An kahlen Betonwänden dürfen künftig Wildreben hochklettern. Über getroffene Massnahmen und abgelaufene Entwicklungen wird den beiden Standortgemeinden Rekingen und Mellikon und der Pro Natura Aargau Bericht erstattet. Die Nachbarn im angrenzenden Wohnquartier sind frühzeitig über das Projekt informiert worden. Sie hatten sogar Gelegenheit, in Singen einen ähnlichen Container-Terminal zu besichtigen. Sie konnten sich davon überzeugen, dass der Kranbetrieb zu keinen nennenswerten Beeinträchtigungen führen wird. Mit dem Rangierbetrieb können sie sich insofern anfreunden, als die Betriebszeiten zwischen 6.30 und 21 Uhr begrenzt sind. Bezüglich der Lärmbelastung am Knoten Rheintalstrasse werden noch Berechnungen angestellt, damit auch die Bewohner im Gebiet Ankerainli Gewähr haben, dass sie durch den Lastwagenverkehr nicht belästigt werden. Zu Beginn war bloss ein Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) für das Recycling- Projekt der Umbricht AG auf dem LGZ-Areal vorgesehen. Die entsprechenden Prüfungen wurden aber vorsorglich auf das ganze Areal ausgedehnt. Der UVB hat bereits Ende Mai dazu beigetragen, dass eine Umzonung kleineren Ausmasses an der Melliker Gemeindeversammlung genehmigt wurde. Dies und die professionelle Projektierungsarbeit durch die Ingenieurfirma Rapp in Basel dürften nun Gewähr dafür bieten, dass Verfahren, Bau und Betrieb optimal und korrekt ablaufen können.
 
Originalartikel (PDF)