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LGZ Hochrhein AG
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Das Kernstück des Logistikzentrums
Baugesuch für 12-Millionen-Projekt Hochrhein-Container-Terminal liegt öffentlich auf
(Aargauer Zeitung, 28.12.2002)

Fünf Gleise, ein Kran mit einer Spannweite von 60 Metern, Platz für rund 1600 Container sowie Baukosten von rund 12 Millionen Franken: Das sind die Fakten zum geplanten Hochrhein-Container-Terminal auf dem Areal des ehemaligen Zementwerks in Mellikon. Das Baugesuch liegt bis zum 3. Februar öffentlich auf.
 
Etwas mehr als drei Jahre sind vergangen, seit die Holcim das Zementwerk in Rekingen und Mellikon stillgelegt hat. Und seit rund einem Jahr herrscht auf dem Areal wieder rege Betriebsamkeit. Das ehemalige Zementwerk hat sich zum Logistikund Gewerbezentrum Hochrhein – LGZ Hochrhein AG – entwickelt. Firmen wie Indermühle oder DSTgeschäften heute erfolgreich von diesem Standort aus.
 
Jetzt solls noch einen Schritt weitergehen: Derzeit läuft das Baubewilligungsverfahren für das eigentliche Kernstück des Logistik- und Gewerbezentrums. Es handelt sich um den Umschlagbahnhof, in dem Container von der Bahn auf Lastwagen und umgekehrt verladen werden. Dieser Bahnhof befindet sich im Osten des ehemaligen Zementwerks und liegt vollumfänglich auf Gemeindegebiet von Mellikon.
 
Unterstützung aus Aarau und Bern
Werner Indermühle, Verwaltungsratsdelegierter der LGZ Hochrhein AG, bezeichnet das 12-Millionen-Projekt als nicht alltägliches Bauvorhaben. Der geplante Containerterminal habe grosse Bedeutung, die sich auch in der starken Unterstützung des Projekts durch den Regierungsrat des Kantons Aargau sowie des Departementes Umwelt, Energie und Verkehr Uvek in Bern manifestiere. In der Tat: "Bern" unterstützt die Finanzierung des Hochrhein-Container-Terminals in Mellikon mit einem markanten Geldbetrag; die Mittel fliessen unter dem Titel flankierende Massnahmen zur Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene. Werner Indermühle geht davon aus, dass dereinst dank des neuen Terminals pro Woche nicht weniger als 12'600 Lastwagenkilometer von der Strasse auf die Schiene verlagert werden. Im Terminal sollen in einer ersten Phase Containerzüge aus Basel und sodann auch aus Moers bei Duisburg ankommen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist vorgesehen, dass für den Steinbruch Mellikon bestimmtes Auffüllmaterial im Hochrhein-Container-Terminal angeliefert wird. Werner Indermühle ist überzeugt, dass der Standort Mellikon grosse Vorteile aufweist. Von hier aus sei man in einer halben Stunde im sich stark entwickelnden Zürich-Nord, und dies erst noch auf nicht chronisch überlasteten Verkehrswegen.
 
Allein 4 Mio. Franken für Kran
Mit 12 Millionen Franken werden die Kosten für den Terminal veranschlagt. Laut Werner Indermühle werden allein auf den Kran rund 4 Millionen Franken entfallen. Die bereits bestehende Gleisanlage mit fünf Gleisen soll weitergenutzt werden, wobei das Gleis vier um zwei Meter verschoben werden soll, um Platz für eine Container- Abstellspur zu schaffen. Bei Bedarf können die Gleise vier und fünf zu Container-Abstellspuren umfunktioniert werden. Insgesamt sind elf Abstellspuren vorgesehen. Werden die Container auf den Spuren fünf bis elf vierlagig aufeinander gestellt, ist Platz für rund 1600 Container vorhanden.
 
Gemäss Projektunterlagen ist der Bau des Terminals in zwei Etappen vorgesehen. Die erste Etappe umfasst den Bau der Anlage bis zur ehemaligen Packerei des Zementwerks. Erst in der zweiten Etappe würde dieses Gebäude abgerissen und der Terminal weitergezogen bis zur ehemaligen Zementabfüllanlage. Laut Werner Indermühle ist diese Etappierung aber noch nicht in Stein gemeisselt. Es könne durchaus sein, dass alles in einem Durchgang gebaut werde.
 
Die Projektierungsarbeiten für den Hochrhein-Container-Terminal laufen seit rund einem Jahr. Während dieser Zeit sind insbesondere die Anwohner der direkt ans Zementwerk angrenzenden Einfamilienhäuser laufend orientiert worden. Laut Werner Indermühle befürchteten sie zusätzliche Lärmbelastungen durch den Betrieb des Terminals. Aus diesem Grund habe die LGZ Hochrhein AG nach Singen eingeladen, wo ein Container-Terminal in Betrieb erlebt werden konnte. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Kran kaum Lärm verursache. Die Befürchtungen gingen eher in Richtung Rangierlärm und Emissionen beim Aufeinanderstellen der Container. Allerdings sei in Mellikon kein 24-Stunden-Betrieb geplant. Im Terminal werde nur von 6.30 bis 21 Uhr verladen. Weitergehende Abklärungen bezüglich Lärm sollen auch fürs Melliker Gebiet Ankerainli erfolgen. Es soll berechnet werden, ob und wie sich der Lastwagenverkehr bei der Einmündung in die Rheintalstrasse lärmmässig auswirken wird.
 
Baubeginn im April 2003?
Wie geht es weiter? Werner Indermühles Wunsch wäre es, dass nach der Baugesuchsauflage allfällige Einsprachen innert acht Wochen erledigt werden können. In diesem Fall werde der Baubeginn Anfang April 2003 erfolgen. Sodann könnten zu Beginn des Novembers 2003 die ersten Kranversuche vorgenommen werden. Apropos Kran: Dieser ist der Knackpunkt im ganzen Projekt. "Wir müssen mit einer Lieferzeit von neun bis zehn Monaten rechnen", sagt Indermühle. Dies sei der Grund dafür, dass mit dem Eintreffen des positiven Subventionsentscheids aus Bern umgehend die Projektierung des Krans in Auftrag gegeben worden sei. In der ersten Phase werde nun die Kran-Software entwickelt. "Wir tragen das Risiko und die Kosten für diese Entwicklung, falls der Terminal nicht gebaut werden könnte." 40'000 Quadratmeter Der Container-Terminal wird den Bereich um die Gleisanlagen im Vordergrund umfassen.
 
(Autor: Frank Reiser)
 
Originalartikel (PDF)